18
vrard als mit ſeinem Mitbewerber allen diplomati⸗
ſchen Verkehr fabl 11
n cHl
Es iſt in der That zum Verwundern, daß Föu⸗
niché durch einen ſo hochſt eigenmaͤchtigen und verwe⸗
genen Streich ſich eben nur die Uugnade ſeines Herrn zuzog. Der Kaiſer ließ ihn kommen und ſagte ihm, nachdem er ihn zum Geſtaͤndniß ſeiner
Schuld gebracht:„Sie machen alſo Friede oder
Krieg ohne meine Erlaubniß?““ Die Folge war,
daß Fouché ſein Amt eines Polizeiminiſters an Sa⸗
vary abgeben mußte und bald darauf als General⸗ gouverneur von Rom in ein ehrenvolles Exil geſchickt wurde. Es koſtete aber den Kaiſer nicht wenig Muͤhe, den Klauen ſeines geweſenen Miniſters die vertraulichen Noten zu⸗ entreißen, die er uͤber poli⸗ zeiliche Gegenſtuͤnde zu deſſen Belehrung eigenhaͤn⸗ dig niedergeſchrieben hatte. Fouché beharrte lauge
auf der Ausſage, daß er dieſe Papiere den Flam⸗
men uͤbergeben habe; und erſt, als ihm mit dem „Kerker gedroht ward, verſtand er ſich dazu, die kai⸗
ſerlichen Vollmachtsbriefe auszuliefern, die wohl manches wichtige hiſtoriſche Dokument enthalten ha⸗ ben moͤgen. So trat Fouché auf einige Zeit vom
Schauplatze ab. Wir werden aber dieſem kuͤhnen
Staatsmanne in den ſpaͤtern Perioden dieſer Ge⸗ ſchichte wieder begegnen, wo ſein Erſcheinen, wie
pen gewiſſen Seevoͤgeln bemerkt wird, faß immer
Sturm und Gefahren verkuͤndete.


