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ner eigentlichen Staatsangelegenheit gleichfalls die Initiative zu ergreifen, und zwar die Moͤglichkeit eines Friedens mit England zu ſondiren.
Es laͤßt ſich mehr als ein Grund denken, warum Fouché in dieſer hoͤchſt wichtigen Angelegenheit ohne Vorwiſſen und Einwilligung Napoleons den erſten Schritt that. Er wußte, daß ſein Herr ſchon durch ſelne Art zu unterhandeln es gleich von vorne her ein unmoͤglich machen wuͤrde, die Bedingungen, unter welchen Großbritannien zum Frieden geneigt ſeyn moͤchte, zu erfahren, da er ſeiner Gewohnheit nach Praͤliminarien vorgeſchlagen haben wuͤrde, die Großbritannten vielleicht nicht annehmen und er nicht wieder zuruͤcknehmen konnte. Wenn demnach Fouché durch irgend ein Mittel erfahren, konnte, auf welche Bedingungen Großbritannien zu unter⸗ handeln geneigt ſeyn moͤchte, ſo erwarb er ſich um Frankreich, Großbritannien, um Napoleon ſelbſt und die ganze Welt allerdings ein großes Verdienſt. Von dem Herzog von Otranto war jedoch kaum zu erwarten, daß er ſich aus reiner Liebe zum allge⸗ meinen Beſten der Ungnade oder ſogar einer per⸗ ſoͤnlichen Gefahr ausſetzen wuͤrde. Allein diejeni⸗ gen, die ſich lange mit politiſchen Intriken abgege⸗ ben haben, gewoͤhnen ſich zuletzt ſo ſehr daran, daß ſie, wie die Spieler vn dem Spiele, niat mehr davon laſſen koͤnnen, un dann konnte ſich Fouché durch das Gelingen einer ſolchen Unterhandlung allerdings


