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54. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 20. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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2 hen, die lieber ſeine Entwuͤrfe durch neue Gruͤnde unterſtuͤtzten, als dieſelben ohne Schonung tadeln und bekaͤmpſen mochten.

Daß Napoleon in dieſen Irrthum verfiel, laͤßt ſich durch den Gang ſeiner Geſchichte, wenn auch nicht rechtfertigen, ſo doch entſchuldigen. In dem Gefuͤhle, daß er der einzige Urheber und groͤßten⸗ theils auch der Vollſtrecker ſeiner rieſenhaften Plane ſey, kam er auf den Gedanken, daß er, der ſo Vie⸗ les thue, wohl auch Alles thun koͤnne. Er hatte die Entwuͤrfe, die von ihm ausgegangen waren, mit Huͤlfe ſeines militaͤriſchen Genies auszufuͤhren ge⸗ wußt; und ſo ſchien das fuͤr andere Fuͤrſten ſo un⸗ erlaͤßliche Gutachten der Rathgeber einem Herrſcher entbehrlich zu ſeyn, der im Kabinet wie auf dem Schlachtfelde ſich ſelbſt genuͤgte. Dies war aber ein Trugſchluß, obgleich er durch Thatſachen beſtaͤtigt ſchien. Es mag ſeyn, daß, wenn Napoleon ſich mit ſeinen Miniſtern berieth, dieſe keine eigenen An⸗ traͤge ſtelten, und daß er in allen wichtigen Angele⸗ genheiten die Initiative nahm. Es blieb aber im⸗ mer von großer Wichtigkeit, daß ſeine Plane kritiſch erwogen, und von Maͤnnern gepruͤft wurden, die, durch eine langjaͤhrige Erfahrung belehrt, ſich nicht leicht taͤuſchen ließen und Muth genug hatten, ihre Meinung frel herauszuſagen. Das Gutachten von Maͤnnern, wie Talleyrand und Fouché, wirkte vor⸗ eilig gefaßten oder mit Eigenſinn feſtgehaitenen Eut⸗