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war in ſeinen Regierungsgrundſaͤtzen und in der
Wahl ſeiner Rathgeber und Miniſter allmaͤhlig eine Veraͤnderung vorgegangen. Waͤhrend der erſten zwei Jahre und daruͤber hatte er nach den Grundlaͤtzen ei⸗ nes eingeſchraͤnkten Monarchen regiert, der die be⸗ ſten Talente, die er unter ſeinen Unterthanen fin⸗ det, benuͤtzt, und Achtung fuͤr jene beweist, die durch
te politiſche Rolle, die ſie geſpielt haben, oder durch ihre Popularitaͤt ausgezeichnet ſind. Unter ſeinen damaligen Rathgebern bemerken wir mehrere Re⸗ volutionshaͤupter— Maͤnner, die, obgleich ſie aus verſchledenen Motiven Napoleons Erhebung mit Gleichmuth geſehen und vielleicht gar ſein Aufſtre⸗ ben, als er noch ihres Gleichen war, unterſtuͤtzt hat⸗ ten, dennoch das erſte Verhaͤltniß, in dem ſie zu ihm geſtanden, ſtets im Andenken behielten.
Dieſe Staatsmaͤnner riethen dem Kaiſer um ſo freimuͤthiger, da ſie ſich einer Zeit erinnerten, wo ſie mit ihm auf derſelben Stufe und vielleicht wohl gar auf einer hoͤhern, als er, geſtanden.
Dieſer Abſchnitt ſeiner Regierung, in welchem Napoleon den wilden und maͤchtigen Flug ſeines Ehr⸗ geizes durch den Rath Anderer einigermaßen zuͤgeln und leiten ließ, iſt wohl der preiswuͤrdigſte und ge⸗ wiß der nuͤtzlichſte, wenn auch nicht der glaͤnzendſte Theil ſeiner Laufbahn. Wie aber ſtufenweiſe ſeine Macht zunahm und an Feſtigkelt gewann, fing der
Kaiſer an, jene Kiaſſe gefaͤlliger Miniſter vorzuzie⸗


