91 Gewalt der Franzoſen, als wenn er den Weg nach dem Norden einſchlug und Napvleon entgegen ging; aber ſeine Hauptſtadt zu verlaſſen und in einer ent⸗ fernten Provinz den Schild gegen Frankreich zu er⸗ heben, ſchien ein von der Verzweiflung eingegebener Gedanke zu ſeyn. 3
Murat, durch ſeinen perſoͤnlichen Ehrgeiz bei
der voͤlligen Unterwerfung Spaniens betheiligt, ſchien
kein Hinderniß mehr zu ſehen, ſobald einmal der militaͤriſche Widerſtand beſeitigt war. Aber Napv⸗ leons Scharfſinn ſah viel tiefer; aus einem Briefe⸗ den er am 29. Maͤrz an Murat ſchrieb, laͤßt ſich ſchließen, daß er ſich verſucht fuͤhlte, eine Pauſe zu machen und noch einmal zu uͤberlegen, welche Fol⸗ gen die Ausſuͤhrung ſeines Planes haben koͤnnte. Die Abdankung Karls des Vierten hatte, wie er bemerkte, die ſpaniſchen Angelegenheiten ſehr ver⸗ wickelt und ihn ſelbſt in große Verlegenheit geſetzt. „Glauben Sie nicht,“ fuhr er fort,„daß Sie es mit einer entwaffneten Nation zu thun haben und nur ihre Truppen zeigen duͤrfen, um Spanien zu unterwerfen. Die Revolution vom 20. Maͤrz, wo Karl dem Throne entſagte, beweist, daß das ſpa⸗ niſche Volk noch Energie hat. Sie haben ein neues Volk vor ſich, das ganz jenen Enthuſiasmus zeigen wird, den man bei allen denen findet, deren poli⸗ tiſcher Sinn noch nicht durch Ueberreitzung abge⸗ ſtumpft iſt. Der Adel und die Geiſtlichkeit ſind die


