Teil eines Werkes 
51. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 17. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

rem Aufwande Grenzen zu ſetzen, gaben manchmal Anlaß zu ſonderbaren Auftritten. Einſt fand der Kaiſer bei Joſephine eine gewiſſe Modehaͤndlerin, die ſehr beruͤhmt, aber eben ſo theuer war, und mit der er ſeiner Gemahlin allen Verkehr verboten hatte. Erzuͤrnt, daß man ſeine Befehle ſo ſchlecht befolge, ließ er die Modehaͤndlerin in das Bicetre abfuͤhren. Allein die vielen Beſuche, die ſie von den erſten Hofdamen, die ihre Kunden waren, in ihrem Gefaͤng⸗ niſſe erhielt, uͤberzeugten den Kaiſer, daß er mit aller ſeiner Macht gegen die Popularitaͤt der Mode⸗ haͤndlerin doch nichts vermoͤge; er ließ daher kluger⸗ weiſe, um ſich nicht laͤcherlich zu machen, die Sache fallen die Kuͤnſtlerin wurde in Freiheit geſezt, um die luſtige Welt von Paris wieder nach Gefallen zu bezaubern und auszupluͤndern.

Ein anderer durch Joſephinens uͤble Wirthſchaft veranlaßter Auftritt erinnert uns an eine Anekdote, die in der Geſchichte eines orientaliſchen Sultaus vorkommt. Ein Glaͤubiger der Kaiſerin, dem die Geduld ausgegangen war, hielt die kalſerliche Ka⸗ leſche, in der ſo eben der Kaiſer mit Joſephine St. Cloud verlaſſen wollte, an, gab ſeine Rechnung ein und bat um Bezahlung. Buonaparte that, was Sa⸗ ladin in einem aͤhnlichen Falle gethan haben wuͤrde; er verzieh dem Manne ſeine Keckheit, in Erwaͤgung der Gerechtigkeit ſeiner Forderung, und ließ die Schuld ſogleich berichtigen. Waͤhrend er den Auf⸗