22 ſammengeſezt. Mitten unter ſeinen Herzogen und Marſchaͤllen befanden ſich viele Abkoͤmmlinge des ak⸗ ten Adels, die von der Liſte der Ausgewanderten geſtrichen waren. Von dieſen ſagte Buonaparte: „FIch bot ihnen Stellen in meiner Armee an— ſie ſchlugen ſie aus; ich oͤffnete ihnen mein Vorgemach — da ſtroͤmten ſie ſogleich herein.“ Hierin ließ Buonaparte dem alten Adel von Frankreich keine
Gerechtigkeit wiederfahren. Viele Mitglieder deſ⸗
ſelben nahmen ihre natuͤrliche Stellung in den va⸗ terlaͤndiſchen Aemtern ein, weit mehr andere ver⸗ ſchmaͤhten es, in irgend einer Eigenſchaft vor dem⸗ jenigen die Knie zu beugen, der fuͤr ſie nur ein gluͤck⸗ hicher Uſurpator war.
Das Ceremoniel in den Tulllerien war aͤußerſt ſplendid, die Hoffeſte waren prachtvoll und die Eti⸗ kette wurde genau und ſtrenge beobachtet. Auf dieſe Foͤrmlichkeiten, die den Geiſt und die Waͤrde ſeiner Regierung bezeichnen ſollten, legte Buonaparte ſelbſt ihnen großen Werth; er hatte ſich ſogar fuͤr die aͤn⸗ dern Formen des Koͤnigthums eine ſolche Verehrung angewoͤhnt, als ob dieſelben das Studlium ſeines ganzen Lebens geweſen waͤren. Ein merkwuͤrdiges
Beiſpiel hievon fuͤhrt Las⸗Caſes an. Scherzend
hatte Buonayarte in guter Laune dieſem ſeinem Be⸗
gleiter die Titel: Euer Hoheit, Euer Herrlichkeit u. ſ. w. gegeben, als ihm ploͤzlich in einem Anfall von Zerſtreuung der Ausdruck:„Euer Majeſtaͤt“
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