Teil eines Werkes 
51. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 17. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

faͤr den Bankier, der es nicht wagen durfte, ſich dem kalſerlichen Befehle zu widerſetzen, und doch Beden⸗ ken trug, den Wechſel ohne alle Vollmacht von ſei⸗ nem Principal zu honoriren.Zahlen Sie immer⸗ hin, war des Kaiſers Antwort,mag es Maſſena auf ſeine Gefahr wagen, ſeine Genehmigung zu ver⸗ weigern. Das Geld ward ſofort bezahlt und Maſe ſena huͤtete ſich wohl, etwas dagegen einzuwenden. Dies hieß nicht einen Unterſchleif beſtrafen, ſondern an dem Ertrage deſſelben Theil nehmen, und hat viel Aehnlichkeit mit dem Stuͤckchen, das uns Le Sage von einem ſpaniſchen Staatsminiſter erzaͤhlt, der von den Geſchenken, womit man ſeinen Sekretaͤr beſtach, einen Theil fuͤr ſich verlangte.

Auf gleiche Weiſe erhielt Junot, der nach ſei⸗ ner Ruͤckkehr von Portugal durch ſein Prunken mit Diamanten und andern Dingen von Werth, die er in dieſem bedraͤngten Lande erpreßt hatte, großes Aergerniß gab, einen freundlichen Wink, vorſichtiger zu ſeyn. Und doch ward derſelbe, troz ſeinet offen⸗ kundigen Raubſucht, unmittelbar darauf als Gouper⸗ neur nach Illyrien geſchickt.

Aus einer andern Aeußerung des Kaiſers wiſſen wir, daß ihm ſein Staatsrath als Aufſichtsbehoͤrde uͤber die Verwendung der oͤffentlichen Gelder die trefflichſten Dienſte leiſtete. Das Verfahren dieſer Sternkammer und die Furcht, vor den Großrichter geſtellt zu werden, vermochte die Schuldigen in den