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51. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 17. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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und wie oft er ſich dieſer Staatsmaͤnner bedient hat, ſo muͤſſen wir annehmen, daß, wie er auch uͤber ih⸗ ren Menſchenwerth denken mochte, er doch Unter⸗ ſchleife duldete, nur um von ihren Faͤhigkeiten Nutzen ziehen zu koͤnnen. Selbſt wenn dergleichen Kniffe wegen ihrer Frechheit geruͤgt werden mußten, that Napolson dies auf eine Art, die weder von ſeiner Seite einen feinen morgliſchen Sinn, noch den fe⸗ ſten Willen verrieth, durch ſtrenge Maßregeln der⸗ gleichen fuͤr die Zukunft abzuſtellen. Wir ſchließen dieſes aus der folgenden Auekdote, die er dem Gra⸗ fen Las⸗Caſes mitgetheilt hat. Von ſeinen Generalen ſprechend und die Unei⸗ gennuͤtzigkeit einiger derſelben pre ſend, nannte er Maſſena, Augereau, Brune und Andere die aͤrgſten Naͤuber. Der erſte von dieſen Generalen hatte es einmal ſo arg getrieben, daß dem Kaiſer die Geduld ausging. Man hoͤre nun, wie er ihn dafuͤr beſtraf⸗ te: Er nahm ihm nicht das Kommando ab, deſſen er ſich durch ſeine Raubſucht unwuͤrdig gemacht hatte er ließ den Raͤuber nicht durch einen richterlichen Spruch zur Herausgabe des geraubten Gutes und zum Wiedererſaz deſſelben an die Beraubten anhal⸗ ten er ſtellte, um den General zu belehren, daß er zu weit gegangen ſey, einen Wechſel von zwei bis drei Millionen Franken auf deſſen Bankier aus, der auf Maſſena's Rechnung an den Ausſteller bezahlt werden mußte. Dies war eine große Verlegenheit