14 Suwarow's und galt fuͤr einen trefflichen Feldherrn, obgleich er mehr in der Theorie, als in der Praxis der Kriegskunde bewandert war.„Kaminskoy kennt den Krieg, aber der Krieg kennt ihn nicht,“ ſagte Suwarow;—„ich kenne den Krieg nich, aber der Krieg kennt mich.“ Kaminskoy ſcheint ſogar waͤh⸗ rend dieſes Feldzugs an einer Geiſteskrankheit ge⸗ litten zu haben.
Am 23ſten November kam Napoleon in Perſon an der Wkra an und ließ die Armee ſofort in zwei Kolonnen vorruͤcken. Als Kaminskoy den Fluß vom Feinde uͤberſchritten ſah, beſchloß er, ſeine Armee hinter den Niemen zu fuͤhren, und wies ſeine Un⸗ tergenerale in dieſem Sinne an. Benigſen zog ſich
nach Pultusk und Furſt Gallitzin nach Golymin zu⸗
ruͤck; beide wurden von ſtarken Korps der franzoͤſi⸗ ſchen Armee verfolgt. Auch die ‚ruſſiſchen Generale Burhoͤwden und d'Anrep gingen nach verſchiedenen Richtungen zuruͤck, und zwar, wie es ſchien, ohne in gehoͤriger Verbindung mit Bennigſen oder mit Gal⸗ litzin zu bleiben. Auf dieſem Ruͤckmarſch erlitten die Ruſſen allerdings einigen Verluſt; in dem fran⸗ zoͤſiſchen Bulletin hieß es dagegen, die ruſſiſche Ar⸗ mee ſey ganz zerruͤttet, ſie ziche ohne Plan in unbe⸗
ſchreiblicher Unordnung fort; was ihr zu ſtatten kom⸗
me, ſey die kurze Dauer des Tages, die Beſchaffen⸗ heit des mit Waͤldern bedeckten und von tiefen Gruͤn⸗ den durchſchnittenen Landes und das Thauwetter⸗


