Wallenſtjerna ſchien auf einmal ſeinen gewöhn⸗ lichen Muth wieder zu bekommen.
„Wir ſind dabei,“ riefen die Kameraden.„Laßt uns hineilen, ehe er Reißaus nimmt.“
Aber Wallenſtjerna kannte den klugen Alten zu gut, als daß er es nicht für nöthig gehalten hätte, vorſichtiger zu Werke zu gehen.
„Wartet einen Augenblick,“ rieth er alſo.„Wenn wir alle zuſammen kommen, ſo zieht er ſich leichter aus dem Spiel. Der Kerl iſt glatt wie ein Aal. Ich gehe allein hin. Für einen Haſen bedarf es nur einer Schlinge. Gehet ihr inzwiſchen auf mein Zimmer und erwartet mich dort. Sorget für eine Bowle und für Gläſer. Der Alte trinkt gern. Er wird mit jedem Schluck redſeliger, und wenn wir nur ein Bischen Grütze im Kopf haben, ſo müſſen wir ihn bald zum Beichten bringen.“
Der Vorſchlag fand ungetheilten Beifall, und Jeder begab ſich auf ſeinen Poſten.
Wallenſtjerna ging allein durch den ſchönen Park und kam bald in die Nähe der bezeichneten Stelle. Inzwiſchen hörte er ſchon in einiger Entfernung
ein halblautes Geflüſter und blieb unwillkürlich ſtehen.
„Du haſt alſo Nichts entdecken können?“
„Das Unglück wollte, Herr Baron, daß man den Jungen in der Stadt zurückließ, und wie Sie wiſſen, habe ich nicht mehr ſo gute Gelegenheit wie früher, um Alles genau zu beobachten.“
„Aber ich bin überzeugt, daß die Königin bei ihrem lebhaften und heftigen Charakter weder Raſt noch Ruhe finden wird. Es liegt in ihrer Natur,
Ridderſtad, Luiſe ulriken's Hof. V. 3


