aufgeregt, ohne daß jedoch ſeine bleichen Geſichtszüge verriethen, was in ihm vorging. Er blieb auf der Schwelle ſtehen, denn es war ihm unmöglich, weiter vorzudringen. Die Anweſenden ſtanden wie eine doppelte Mauer vor ihm.
Während die Verſammlung ihrem kriegeriſchen Enthuſiasmus Luft ſchaffte, blieb Palmſtjerna, wie gewöhnlich, finſter und verſchloſſen, ja er war viel⸗ leicht noch finſterer und verſchloſſener als ſonſt, be⸗ drückte ihn doch ein Gedanke düſterer Art.
Als er das Schweigen um ſich her bemerkte, ſchien er es nicht unbenützt laſſen zu wollen.
„Ihr verlanget Krieg,“ begann er,„Krieg!“
Seine Stimme tönte deutlich und klar, aber düſter, beinahe vorwurfsvoll, und der darin liegende Vorwurf erhielt vielleicht ſeine rechte Bedeutung von ſeiner finſtern, gerunzelten Stirn und dem ſtrengen Blick, den er um ſich warf.
Unwillkürlich wandten ſich Alle gegen ihn.
„Es iſt unläugbar eine Wahrheit,“ fuhr er auch fort,„daß wir dem kriegeriſchen Sinn des ſchwediſchen Volkes den hohen Platz verdanken, den wir im euro⸗ päiſchen Rathe eingenommen haben: unſere Guſtave und Carle haben eine mächtige Waffenſprache geredet, eine Sprache, die ſich nicht zurückweiſen ließ; aber obſchon wir uns vor der Welt in die Löwenhaut kleideten, ſo ſanken wir doch in uns ſelbſt zuſammen, als Carl XII. das Staatsſchiff gleich einem auf den politiſchen Wogen herumtreibenden Wrack hinterließ. Keiner von uns hat ſchon vergeſſen können, wie der Sturm bereits nahe daran war, den letzten Segel⸗ zipfel zu zerreißen, als wir in den Jahren 1719


