Teil eines Werkes 
15. bis 19. Bändchen (1856)
Entstehung
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ihm ihre Ueberlegenheit bewieſe und zeigte, daß ſie weit mehr Talent als er beſitze, wenn es ſich darum handle, einen Staatsgefangenen aufzutreiben. Sie ſah durch das Eiſengitter endlich auch einen Schatten, der ſich auf und ab bewegte; dies genügte ihr und ſie eilte daher auf die Schmiede zu.

„Du ſuchſt einen Gefangenen?“ ſagte ſie zu ihrem Sohn.

„Ja, Mutter.“

Vielleicht könnte ich Dir ſagen, wo er zu fin⸗ den iſt.“

„Um ſo beſſer, Mutter. Sie würden mir da einen großen Dienſt erweiſen.“

Alexander und Daniel konnten nicht umhin, ein⸗ ander einen fragenden Blick zuzuwerfen.

Die Schlegel hoben und ſenkten ſich wo möglich noch ſchneller. Im Uebrigen ſtanden Alle lauſchend drinnen, die Blicke auf Frau Schedvins bleiche Züge geheftet.

„Nicht um Dir einen Dienſt zu leiſten,“ fuhr ſie fort,„ſondern um zu beweiſen, daß ich auch dem Vaterland nützen kann, obwohl ich nur ein ſchwaches, altes Weib bin.“

„Nun, Mutter, wo glauben Sie denn, daß ich ihn ſuchen muß?“

Da Frau Schedvin einen glänzenden Beweis für ihre Urtheilskraft und ihren Verſtand geben zu können glaubte, ſo nahm ſie einen immer gebiete⸗ riſcheren Ton an.

„Stell die Soldaten ringsum im Hof als Poſten auf,“ befahl ſie,„damit Niemand entkommen kann.“