Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1856)
Entstehung
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Um beide her ruhte ein Schimmer von roman⸗ tiſcher Poeſie.

Wie aufrichtig und warm hatten ſie nicht einan⸗ der geliebt! und gleichwohl hatten ſie ſo viele Jahre hindurch keine Hoffnung gehabt, einander je zu beſitzen.

Fräulein Ferſen war nämlich ſchon in ihrer zar⸗ teſten Jugend mit einem Baron Löwen verlobt worden.

Gleich einem unbeweglichen Fels, warf dieſer Um⸗ ſtand zermalmend alle Seufzer und Bitten zurück, die ſich auf der ſturmerregten Woge der Gefühle er⸗ hoben, welche ſie mit Lantingshauſen theilte.

Welche Feſſeln für die Liebe, welche Bande für die Neigung! Sie beſaßen nicht einmal das Recht, ſich Jemand anzuvertrauen. Aber ein einziges Auge ſah ihr Leiden: das Mutterauge; ein einziges Herz verſtand, was in ihrem Innern vorging: das Mut⸗ terherz. Eines Tages, als ſie mit der Mutter allein waren, erklärte dieſe ganz unerwartet, das Verhält⸗ niß müſſe aufhören.

Seht, ſagte ſie,da ſteht ein Wagen.

Es befand ſich wirklich eine Equipage vor dem Hauſe.

Folget mir, fügte ſie hinzu.

In ein inneres Zimmer geführt, fanden ſie da den Pfarrer einer Landgemeinde nebſt dem Inſpektor eines der Ferſen'ſchen Guͤter und der erſten Freundin des Fräuleins, ihrer Amme.

Herr Pfarrer, bat die Gräfin,vereinigen Sie dieſe zu einem Chepaar. Die Verantwortung über⸗ nehme ich.