ſind ein gemüthlicher alter Herr... verdammt ge⸗
müthlich.“
„Hab' keine Zeit, meine Herren, muß mich ſputen, habe Eile, ganz finſter heute Abend... ich hätte Ihnen etwas anzuvertrauen... ſehr finſter heute Abend.“
Bei Hermelin war nun einmal Mißtrauen oder Neugierde, was man am liebſten will, geweckt und wollte nicht mehr von ihm laſſen.
Im Augenblick, wo der Alte auf der Treppe ſtand, um ſich hinab zu begeben, legte Hermelin die Hand auf ſeine Schulter.
„Verzeihen Sie,“ ſagte er,„daß ich mich noch erdreiſte, Sie mit einer Frage zu beläſtigen; aber Sie haben uns nicht geſagt, wer Sie ſind, und. in Wahrheit... wir ſetzen bereits zu großen Werth auf Ihre angenehme Bekanntſchaft, als daß wir nicht auch Ihren Namen im Gedächtniß zu haben wünſchten.“
„Sehr richtig, ganz wie ſich's gebührt, vollkom⸗ men in Ordnung,“ antwortete der Alte, indem er ſich umwandte;„habe vergeſſen, Ihnen meinen Namen zu ſagen, blos Bagatell, von gar keinem Werth; er⸗ lauben Sie mir, meine Herren, meine Karte dazu⸗ laſſen... Namen und Adreſſe auf demſelben Wiſch.“
Dabei zog der Alte ein paar Karten hervor und überreichte ſie, worauf er ſich wiederum unter Bück⸗ lingen der Treppe näherte; aber gleich als hätte er Etwas vergeſſen, blieb er einen Augenblick ſtehen; dann wandte er ſich von Neuem um.
„Sie erinnern mich auch an Etwas,“ ſagte er, „ſollte Ihnen ein Geheimniß anvertrauen.“ Ridderſtad, Luiſe uUlriken's Hof. I. 15


