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liegt in meiner Liebe, nicht in der Bekanntſchaft mit der Stellung meines Vaterlandes. Aber meine Liebe ſagt mir, daß ich meinen Mann aufmuntern muß, muthig die Bahn zu wandeln, welche Gewiſſen, Ehre und Ueberzeugung ihn gehen heißen.“
„Ich bewundere Sie, Gräfin. Edle, begeiſterungs⸗ volle Grundſätze beleben Ihre Seele; mich dagegen hat eine Wehmuth ergriffen, die ich mir nicht er⸗ klären kann. Beurtheilen Sie doch meine Schwach⸗ heit nicht allzu hart. Sie kommen aus einer fernen Provinz. Ihr warmes Herz ſieht noch Alles durch einen Schimmer von Illuſionen. Ich dagegen habe hier den Gang der Ereigniſſe in ihrer ganzen nackten Wirklichkeit mit angeſehen, und ich geſtehe, daß die politiſche Spaltung, die jetzt durch das Land geht, mich bange macht. Es kann mir nicht einfallen, Brahe bitten zu wollen, daß er eine Pflicht unerfüllt laſſe, und noch weniger, daß er einer Ueberzeugung untreu werde; aber es iſt meine Schuldigkeit, ihn an Vorſicht zu erinnern. Wie leicht iſt nicht die Grenze des Rechten überſchritten, und wo iſt dann die Grenze? Allerdings ſoll der Mann thätig in die Verhandlungen des öffentlichen Lebens eingreifen, aber nicht gegen die beſtehenden Formen, ſondern innerhalb derſelben. Iſt nicht das Geſetz der Jofursblitz, den Niemand ungeſtraft antaſtet?“
„Aber wenn jetzt dieſe Formen, von denen Sie zu ſprechen belieben, juſt die Maſchinerie ausmachen, wodurch das Böſe gefördert wird, was ſoll er dann thun?“
„Den Augenblick erwarten, wo ſie von ſelbſt zerfallen.“


