Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1856)
Entstehung
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Erſtes Kapitel.

Drottningholm.

Der Sommer 1755 war bereits vorüber. Wir befinden uns im Anfang Oktobers.

Der Hof verweilte noch in Drottningholm, deſſen Schloß und Parke mit denen von Verſailles, nicht in Steifheit, aber in Schönheit, nicht in kokettirender Kunſt, aber in Naturherrlichkeit wetteifern.

Was Karls X. Gemahlin, Hedwig Eleonore von Holſtein, angefangen, das vollendete Adolf Fried⸗ richs Gemahlin, Luiſe Ulrike.

Der Reichthum und die Symmetrie der architek⸗ toniſchen Maſſen des Schloſſes zeugen noch heutigen Tags für die Genialität des Nicodemus Teſſin.

In der wechſelreichen Pracht der Parke und Gärten ſieht man überall Natur und Kunſt getreu⸗ lich vereint, ſich gegenſeitig zu verſchönern.

Auf der einen Seite wird Drottningholm von den leichten, blauen Wellen des Mälar geliebkost; auf der andern treten Haine und Gebüſche, Thäler und Höhen dem Auge entgegen.

Es war ein Herbſttag, aber mit einem klaren und reinen Himmel, einer milden und angenehmen Temperatur. Die Winde wehten noch keinen Froſt