Gabriele ſtieß dieſes Wort haſtig aus. Ihr Athemt verweigerte ihr ſeinen Dienſt.
„Ich entſinne mich noch gut,“ fuhr Gourville fort, der Gabrielens Unruhe ganz richtig als einen Beweis lebhafter Theilnahme deutete,„wie augenehm Charlotte und ich es fanden, über das Meer hinaus zu blicken und zu ſehen, wie die hohen Wogen ſich am Strande brachen. Aber es iſt jetzt vorbei. Als Unterpfand für die Wahr⸗ heit ihrer Angaben zog meine Mutter einen goldenen Ring vom Finger und zeigte ihn mir.“
„Einen goldnen Ring?“
„Als ſie ſich verheirathete, übergab ſie ihn mir ſogar als eine Erinnerung an meine Mutter und in der Hoff⸗ nung, daß er mir Glück bringen ſollte. Im Verlauf der Jahre verlor ich ihn, fand ihn aber bei Waldhahnenfuß wieder, die ihn, vermuthe ich, obſchon ich es nicht be⸗ greifen kann, geſtohlen hoben muß.“ 3
„Mathilde... geſtohlen? ach 1...
„Ich kann dieß um ſo weniger bezweifeln, als einige Worte in den Ring eingravirt waren. Sie können es ſelbſt ſehen... ſchauen Sie da... ich habe den Ring, ſeit ich ihn wieder erhielt, als Amulette auf der Bruſt getragen... da ſteht... Sie ſehen es ſelbſt... Vergiß Deinen Eid nicht! Meine Pflegemutter hatte den Ring von derſelben Verwandten bekommen, die mich ihr übergab, und der Ring ſollte ſie an den Eid der Verſchwiegenheit erinnern, den ſie abgelegt hatte. Sie müſſen geſtehen, daß meine rechte Mutter ſich mit ſolcher Vorſicht umgürtet hat, daß ich keine Urſache habe, ihre Liebe zu preiſen.“
„Ich begreife nichts,“ ſagte Gabriele.„Dieſer Ring
.. ich verſtehe es nicht... aber Ihre erſten Jahre verfloſſen in den Scheeren, ſagten Sie, und die alte Ver⸗ wandte iſt todt... allmächtige Vorſehung... und
und Ihre Mutter iſt verheirathet 2„
6
„Ihre Heftigkeit beweist, Madame, daß Sie das
V


