Teil eines Werkes 
17. bis 21. Bändchen (1852)
Entstehung
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Gabriele war mit beinahe ſtille ſtehendem Herzen ſeiner Erzählung gefolgt. Jeder Zug, worin ein Schim⸗ mer von einem edlen Gemüth hervorſchien, jede Reflexion, die ein reines Gefühl zurückſpiegelte, erweckte bei ihr eine ſo aufrichtige und innige Freude. Sie war mit Wohl⸗ behagen bei den erſten Aeußerungen ſeiner Selbſtſtändig⸗ keit verweilt, weil ſie noch von Abſcheu vor dem Verbrechen zeugten, aber mit einem Entſetzen, wie wenn es ſie ſelbſt anginge, bemerkte ſie, wie er ſich immer mehr demſelben hingab, bis er ihm ſchließlich mit ganzer Seele ange⸗ hörte. Jetzt lauſchte ſie mit banger Unruhe auf jedes Wort, in der Hoffnung, doch einmal die Stimme eines ſtrafenden Gewiſſens, und den Ausdruck der Stimme eines leidenden Herzens hören zu dürfen. Aber ſie vernahm nichts von der Art, und empfand einen doppelt nagenden Schmerz darüber. Ganz beſonders betrübte ſie das jubelnde Entzücken, womit er Paris beſchrieb, indem er die Stadt nur vom Standpunkt eines dem Laſter gün⸗ ſtigen Tummelplatzes betrachtete.

Sie ließ den Kopf ſinken, ſie wandte ſich zitternd vor Schreck von ihm ab, aber er achtete nicht auf ihre Bewegung, ſondern war gänzlich von ſeinem Gegenſtand ergriffen.

Und gleichwohl hob mitten in ihrem Schmerz ein Seufzer ihre beklommene Bruſt, und durch ihre Seele fuhr der Gedanke: Was hätte nicht bei beſſerer Leitung aus ihm werden können?

„Ich gehörte allen geheimen Clubs und Geſellſchaften an,“ fuhr inzwiſchen Gourville fort,„nicht blos den po⸗ litiſchen, ſondern auch denjenigen, wo die Induſtrie mit dem Dolch im Buſen und den Glückswürfeln in der Hand eine Hauptrolle ſpielte.

„Aber ich will nicht weiter davon ſprechen, ſondern nur eine ſonderbare Laune des Schickſals erwähnen.

„ Ich hatte mich bereits gegen zwei Jahre in Paris aufgehalten, als eine Perſon in mein Zimmer trat, bei