Teil eines Werkes 
8. bis 11. Bändchen (1852)
Entstehung
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man den Bogen richtet oder etwas Böſes im Sinn hat venn aber der Pfeil mehr vom Wind, als von irgend etwas anderem geführt, entfliegt und Jemand verwundet ich frage euch... iſt man dann ein Verbrecher? „Wenn man einen Ball wirſt, aber der Ball ſich während ſeiner Luftfahrt verwandelt und wie ein Blitz herabfährt . ich frage euch... iſt man dann ein Verbrecher? Wenn man den vollen Becher ergreift und einen Labe⸗ trunk anbietet, ohne zu wiſſen, daß ein Tropfen Gift auf dem Boden liegt... ich frage euch... iſt man dann ein Verbrecher? Wenn das ein Verbrechen iſt... der Himmel mag richten... dann bin ich ein Verbrecher. Ich bin ein alter Mann und zähle über ſiebzig Jahre. Niemand wird mir... das hoffe ich... wirkliche Verbrechen zur Laſt legen können. Ich habe mich ehr⸗ lich bemüht, der Achtung Anderer würdig zu werden und mir Seelenruhe zu erwerben. Iſt es mir gelungen?“ Der Greis pauſirte hier einen Augenblick. Sein Vortrag belebte ihn und er bekam während deſſelben wie⸗ der Etwas von ſeinem gewöhnlichen unbekümmerten und fröhlichen Ansſehen. „Aber auch ich bin jung geweſen,“ fuhr er dann fort,„auch ich habe nach dem Pokal des Vergnügens gegriffen und ſeinen ſprudelnden Schaum, wie auch ſeine Hefe geleert.“— Er ſenkte ſeinen Blick auf eine kurze Weile zur rde.

„Der Himmel iſt nie ſo klar,“ ſprach er weiter, „ohne daß er irgend ein Wölkchen hätte. Dem Blick des gewöhnlichen Alltagslebens erſcheint indeſſen Alles ſo klar und rein, aber das Gewiſſen ſetzt ſein⸗ aſtronomiſches Inſtrument an unſre Angen und das bisher kaum ge⸗ ſehene Wölkchen bedeckt bald den ganzen Himmel. Ich ſehe auch jetzt, daß ich einen Fehler, einen ſehr großen Fehler gegen die Freundſchaft begangen habe: ich habe euch nämlich eine Unwahrheit geſagt.“