Zweites Kapitel.
Pceter Naſch's Abenteuer, nachdem er den Delphin verlaſſen hatte.
Als Jaquette ſich auf ihre Morgenpromenade begalh, wurden mehrere Miethbewohner in den Flügeln durt den Lärm geweckt, den Springers Gewieher und Huf⸗ ſchläge verurſachten; wenigſtens ſah man beinahe in ein und demſelben Augenblick zwei Rollvorhänge in da einander gegenüber liegenden kleinen Wohnungen in de Höhe gehen.
Aus dem einen Fenſter ſieht ein Mann in einer rothen Wolljake, mit einem noch nicht recht munteren kupfrigen Geſicht, das von einem bis in die ſpäte Nacht unter wilden Orgien verbrachten Abend zeugt.
„Verdammter Kupferſchmied!“ brummte er, inden er mit der Hand über ſeinen Kopf ſtrich,„ich ſchwön daß das Gewiſſen... was auch die Pfaffen darübel ſchwatzen mögen— weiter gar nichts anderes iſt, als eine Kupferſchmiede— hu, mein Schädel iſt wenigſtens eine Kupferſchmiedswerkſtätte.“
Aus dem andern Fenſter dagegen blickte ein 1 friſcher Geſundheit blühendes Weib. Beim Aublick de Nachbars gegenüber, der unläugbar eine höehſt betrübte Figur machte, konnte ſie ſich eines Lachens nicht erwehren⸗
Ihre Augen blinzelten dabei ſo lebhaft, daß mal deutlich ſah, daß es nicht affectirt, ſondern ganz natül⸗ lich war.
„Ueber was lachſt Du, Netta?“ fragte ſie eine heiſere Mannsſtimme aus dem Innern des Zimmers. „Ueber was anders, lieber Holtmann, als über ull⸗


