Frage vorzubringen, um Licht in dem Dunkel zu ſuchen, worin ihre Gedanken arbeiteten. 5
Sie näherten ſich dabei dem Gitterthore von Haga.
„Kennſt Du nicht, Held,“ fuhr Jaquette fort, einen flinken, unerſchrockenen, kecken, dabei zuverläßigen und ehrlichen Burſchen, dem ich einen wichtigen Auftrag über⸗ geben könnte, ohne daß ich fürchten müßte, von ihm be⸗ trogen oder verrathen zu werden?“
„Tauſend Granaten! als ich jung und im Dienſt war, hätte ich ein ganzes Regiment ſolcher Burſche auf⸗ treiben können, denn jeder von meinen Kameraden war ſo, aber jetzt... die Zeiten verändert... doch es iſt wahr...
Und der Alte lächelte ein wenig, während er ſprach.
„Ich habe neulich eine Bekanntſchaft gemacht, ich bin überzeugt, daß ich für dieſen Mann bürgen könnte.“
„Laß hören.“
„Es iſt ein Seemaun, gnädiges Fräulein. Ein lu⸗ ſtiger und ſchnurriger Geſelle, aber ſtark und unerſchrocken, und das Herz hat er auf dem rechten Fleck, das habe ich wohl bemerkt. Er hat neuerdings in einem der Flügel bei uns ein Zimmer gemiethet Befehlen Sie, daß ich mit ihm ſprechen ſoll? Sie haben ihn wahrſcheinlich ſchon hie und da im Hof geſehen, denn er geht oft zu Holtmann hinüber, der ſchief ihm gegenüber wohnt.“
„ rägt er einen weißledernen Hut und eine rothe Wolljake, oder was es ſein mag?“
„Ganz richtig, mein Fräulein.“
„Er ſieht aus wie ein Bruder Liederlich.“
„Das ſind die beſten Leute, mein Fräulein, wenig⸗ ſtens die ehrlichſten.“ 3
„Du kannſt mit ihm ſprechen.“
Jaquette verſtummte plötzlich und hielt ihr Pferd an.
„Pferdegetrabe, Pferdegetrabe! hörſt Du.. 4
Das Getöne ſchneller Pferdehufe näherte ſich wirk⸗ lich.


