Teil eines Werkes 
8. bis 11. Bändchen (1852)
Entstehung
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Sehr wohl, gnädiges Fräulein, hier bin ich. Be⸗ fehlen Sie etwas?

Die rechte Hand an die Feldmütze emporhaltend, nahm der Alte eine Miene an, als handelte es ſich darum, eine Ordre zu empfangen.

Es ſieht beinahe aus, Held, oder was meinſt Du, als ob wir die Früheſten in der ganzen Stadt wären. Die Straße iſt faſt ganz leer, die Rollvorhänge ſind noch nicht aufgezogen und die Magazine ſind noch verſchloſſen.

Das iſt ſehr wahr, Fräulein; aber es iſt immer ſo... Sie ſtehen mit der Sonne auf, Sie... und dann hinaus in's Friſche... Es iſt auch ächtes Sol⸗ datenblut in Ihnen. Wenn Sie ein Junge geworden wären, verzeihen Sie mir, gnädiges Fräulein... ſtatt ein Mädchen, ſo würden Sie ganz wie Ihr Herr Vater ein verdammt tüchtiger Huſarenoffizier geworden ſein.

Ich glaube, das hätte Dir Freude gemacht!

Wahrhaftig, ja. Was für ein Marſch! Marſch! würden Sie nicht commandirt, was für einen Choc wür⸗ den Sie nicht ausgeführt haben, wie würden ſich die Frauenzimmer nicht in Sie vernarrt haben, welche Abenteuer, welche Liebesintriguen, ganz wie in unſern alten Zeiten... und das wäre ſchön geweſen.

Jaquette hörte den Alten aufmerkſam an, gleich als hätte ſie gerade ſolche Bemerkungen von ihm erwar⸗ tet. Sie ſchienen ihr ſehr viel Spaß zu machen.

Du liebſt Abenteuer und Intriguen, alter Freund, erinnerte Jaquette.Warüber ſage ich auch nichts, weil ich ſehr wohl weiß, daß das Leben des Soldaten etwas abenteuerlich iſt, aber...

Befehlen Sie etwas, mein Fräulein?

Wie viele Jahre haſt Du jetzt bei meinem Vater gedient? 3

Um eine runde Zahl zu ſagen, gnädiges Fräulein, fünfundvierzig Jahre. Ich war achtzehn Jahre alt, als ich in den Dienſt kam. Der General iſt zwei Jahre