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Etabliſſement angelegt hat, beginnt eine Quergaſſe links, genannt die Schmidhofgaſſe. Dieſe ganze Gaſſe entlang und rechts von ihr erſtreckt ſich ein weitlänfiges Quartier, wo die Kindheit und das Alter, die Unſchuld und das Verbrechen ihre Scylla und Charybdis haben; den ober⸗ ſten Theil des Quartiers bildet das allgemeine Findlings⸗ haus, den unterſten das nördliche Correktionshaus, früher Schmidhofgefängniß genannt. Wie manche, die in Un⸗ ſchuld und Frieden ihre erſten Tage in dem erſteren zu⸗ gebracht, haben nicht einige Jahrzehnte ſpäter ſchuldbe⸗ laſtet ihr Leben in dem letzteren beendigt!
Obſchon von der Armuth oder dem Verbrechen, vom Elend oder Leichtſinn zur Welt erzeugt, können alle dieſe Kinder, die auf dem großen Burghof des allgemeinen Findelhauſes ſpielen oder Bett au Bett in den geräu⸗ migen Sälen deſſelben ſchlummern, mehr als Kinder Gottes und des Staates betrachtet werden, als andere: denn ſie kennen keinen Vater außer Gott und keine Mutter außer dem Staat.
Zwiſchen ihnen und einem beſondern elterlichen Hauſe, wie zwiſchen ihnen und ihrer Zukunft ruht ein undurch⸗ dringlicher Schleier. Das Einzige, das bezeugt, was ſie geweſen ſind und woher ſie ſtammen, wenn ſie in die Welt hinausgehen, iſt das Stückchen Blei, das man ihnen um den Hals hängt; es iſt ihr Schildzeichen, ihr einziges Vater⸗ und Muttergut. Wie viele von ihnen findet man nicht nach einem halben oder nach längerem Lebensalter im Correktionshaus wieder, nachdem der Eigennutz, um das Jahrsgeld zu erhalten, das der Staat für jedes ausgelöſte Kind bezahlt, ſie übernommen hat. Das ganze Leben der Mehrzahl ſcheint beinah nur in einer vieljährigen Arbeit zu beſtehen, deren Zweck iſt die Mauer zu überklettern, welche die beiden Anſtalten trennt.
Agnes wurde aus der Polizei direkt in das Correk⸗ tionshaus geführt. Als ſie an dem Findelhaus vorbei⸗


