Teil eines Werkes 
5. bis 7. Bändchen (1852)
Entstehung
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Reichsthaler irgend Jemand vom Aufſeherperſonal des Kaſtenhofgefängniſſes zu erkaufen und ſich mit einer Ge⸗ fangenen in Verbindung zu ſetzen, die zur Correktions⸗ ſtrafe verurtheilt worden: das allergewöhnlichſte Mittel, wodurch die Gefangenen ſehr häufig eine beſtändige bor reſpondenz mit ihren Freunden außerhalb des Gefäng⸗ niſſes unterhalten.

Eines von den Mädchen der Frau Buchholz... Agnes... ging mit Vergnügen auf den Vorſchlag ein, weil ſie ſich nicht blos verpflichtet glanbte, einer Freun⸗ din einen Dienſt zu erweiſen, ſondern weil ſie auch auf dieſe Weiſe mehr verdiente, als auf irgend eine andere.

Agnes ſtand bald vor dem Polizeicommiſſär, der Landſtreicherei angeklagt.

„Streichſt Du nicht jetzt ſchon wieder auf den Straßen herum?“ redete er ſie an.„Haſt Du nichts Anderes zu thun?“ 4

„Nein, gnädiger Herr Landrichter.“.*

„Du biſt jung und geſund, Du ſollteſt Dich beſſer aufführen und Dir einen Schutz ſchaffen.“

„Das iſt unmöglich, königlicher Herr Landrichter, ſofern nicht Ew. Hochwohlgeboren ſelbſt mich in Ihren Schutz nehmen wollen.“

Der Polizeimann lächelte..

„Nun ja,“ ſagte er,„ich gebe allen denjenigen Schutz, die ſich an mich wenden... aber nur in den Gefängniſſen. Du bekommſt acht Tage, verſteht ſich im Kaſtenhofgefängniß... um Dir einen geſetzlichen Schutz zu verſchaffen; bekommſt Du einen ſolchen innerhalb die⸗. ſer Zeit nicht, ſo wirſt Du in das Correktionshaus ab⸗

geführt.“— 1„Danke allerunterthänigſt, hochwürdiger Herr Poli⸗ zeicommiſſär.“

„Schon gut... führet ſie ab...

Es iſt eigenthümlich genug, daß man ein ſchutzloſes