17
ſon, die man manchmal aus⸗ und eingehen ſah, war der alte Brauner mit ſeinem ſchneeweißen Haar, und ſeinem abgeſchabten grauen Rock.
Wir übergehen eine Woche.
Eines Morgens, als Fanny in ihre Bude kam, wa⸗ ren die Rollvorhänge aufgezogen und die inneren Fenſter⸗ draperien traten ihrem Blick mit all den ſchimmernden Farben des Regenbogens entgegen.
Ihr Herz klopfte bei dieſem Anblick heftiger als ge⸗ wöhnlich, und ihre Augen ſtrahlten von erhöhter Leb⸗ haftigkeit.
Mit Erlaubniß des Leſers begeben wir uns ins Hotel hinauf. A
In einem der prachtvoll, um nicht zu ſagen fürſt⸗ lich möblirten Zimmer, finden wir zwei Perſonen, wovon die eine, ein junger Mann mit lebhaften und feurigen Bewegungen, auf⸗ und ab ging, während die andere, ein Mann von mehr vorgeſchrittenem Alter, mit gekreuz⸗ ten Armen daſtand und den Bewegungen des erſteren mit den Blicken folgte.
Beide ſahen offen und friſch aus, obſchon das Ge⸗ ſicht des einen mehr Fröhlichkeit und Sorgenfreiheit, das des anderen mehr Ernſt und Nachdenken verrieth.
Der eine war auch Paul Kellner und der andere war Roman.
An der Thüre ſtand der alte Brauner.
„Es iſt gut, daß Du kommſt, Roman,“ ſagte Paul, indem er fortwährend auf⸗ und ab ſchritt,„ich habe Dich mit brennender Ungeduld erwartet.
Paul, der am Abend vorher ins Haus gezogen war, hatte ſogleich erklärt, er wünſche allein zu ſein, und dieß waren eigentlich ſeine erſten Worte, die er ſeit ſeiner Ankunft geſprochen hatte.
ls der alte Brauner den Ton ſeiner Stimme hörte, ſchien eine haſtige Bewegung durch ſeinen Körper zu Das Gewiſſen. II. 2


