Die Stimme war ſo ernſt und drang ſo mächtig an die Seele der Dame, daß ſie ihr Opfer losließ.
Es war der Pfarrer, der, ohne ſogleich bemerkt worden zu ſein, durch die offen gelaſſene Thüre den letzten Theil dieſes Auftrittes geſehen und gehört hatte.
Das unerwartete Auftreten des allgemein bekannten und verehrten Religionslehrers verwirrte ſämmtliche An⸗ weſende und ſie zogen ſich erſchrocken zurück.
„Wer iſt dieſes arme Mädchen,“ fragte er,„das ſich in dieſes Labyrinth von Laſtern und Verbrechen ver⸗ irrt hat?“
Unter vielen Verbeugungen erklärte Madame Buch⸗ holz ſtammelnd, ſie ſei bei ihr im Dienſt.
Das leidende und todtenblaſſe Geſicht des zarten Mädchens machte einen tiefen Eindruck auf den Pfarrer.
„Du mußt mir folgen, mein Kind,“ ſagte er zu ihr. „Hier iſt Dein Platz nicht. Ich werde meine Handlung vor Gott und den Menſchen zu rechtfertigen wiſſen. Komm...“
Der Waldhahnenfuß ſchloß ſich, noch bebend aus Furcht vor Madame Buchholz, an den Pfarrer an, der ſie bei der Hand ergriff und wegführte..


