Und der Löwe ging nach einem eben ſo ſchmalen, als dunkeln Thorgang in der Gaſſe, dicht neben dem Haus, deſſen Facade auf die Brücke ſelbſt ging.
„Du gehſt irr,“ bemerkte der Fuchs...„wir müſ⸗ ſen ja ins nächſte Haus.“
„Sei unbekümmert... folg mir nur... verlaß Dich darauf, daß ich wohl weiß, wohin ich gehe.“
Als ſie in die Hausflur kamen, befanden ſie ſich in der tiefſten Dunkelheit.
„Wohin gehſt Du denn? Hier iſt es finſter wie in einer Kuh... ich ſehe gar Nichts.“
„Nimm mich bei der Hand... ſo ſo... fall nicht um... ſtütze Dich auf mich.“
Still und langſam ſtiegen ſie Stufe um Stufe hinan, ohne von Jemand entdeckt oder geſtört zu werden. Von Zeit zu Zeit blieben ſie auf den Treppenabſätzen ſtehen und lauſchten; aber Alles war ſtill um ſie her. Das einzige Getöne, das ihren Ohren nahte, war ein Pfeifen des Windes in den da und dort zerbrochenen Fenſter⸗ ſcheiben. 4 So gelangten ſie endlich bis auf den Dachboden. „Wir ſind beinahe am Ziel,“ flüſterte der Löwe und
hauchte jetzt den bisher aus Vorſicht zurückgehaltenen
Athem aus.
„Beinahe am Ziel?“ wiederholte der Fuchs;„hol mich der Teufel, wenn ich Dich verſtehe!“
„Zieh die Dieteriche heraus und komm mit mir.. hier... ſieh hier...“
„Ein Schloß?“
„Mach es auf!“ 3
Das Schloß war bald geöffnet, und der Löwe ſteckte ein Zündhölzchen an.
„Aber zum Henker, was ſollen wir denn in dieſem
Winkel machen? Ich glaube, Du biſt nicht bei Troſte.“ „Und dieſe Treppe da?“


