entſprach ſeinem Geſichte. Er hatte mehr als mittlere Größe, und die Derbheit der Schultern, die Schlankheit der Taille, die Breite der Bruſt, ſo wie das zum Gan⸗ zen vortrefflich paſſende Beingeſtell zeugte von Geſchmei⸗ digkeit und Kraft, Unverdroſſenheit und Jugend, Ent⸗ ſchloſſenheit und Geſundheit. Man nannte ihn auch den Löwen.
Der Andere dagegen war älter, und ſein Ausſehen war einfacher. Die niedrige, von einem rothen, rauhen Haar überſchattete Stirne ſtand in einer entſtellenden Biegung über den kleinen, liſtigen und beſtändig blin⸗ zelnden Augen hervor. Von ſeinen Freunden wurde er der Fuchs genannt.
„Aber bedeukt, wenn ihr feſtgenommen würdet,“ begann ein Dritter und ſenkte dabei laugſam den Kopf zur Erde.
„Feſtgenommen!“ rief jetzt der erſte, indem er ſich aufrichtete.„Zum Henker mit allen Unglückspropheten! Man läßt ſich nicht ſo mir Nichts dir Nichts feſtnehmen.“
„Hol der Teufel alle Polizeihunde!“
„Du zitterſt... Ha, wüßte ich, daß Du im Sinn hätteſt, uns zu verrathen...“
„Wir würden Dich in den Bock ſpannen.“
„Wir würden Dir das Fell abziehen.“
„Du wagſt nicht aufzuſchauen.“
„Du biſt leichenblaß.“
Der Beargwohnte brummte, blickte aber, wiewohl nur ziemlich ſcheu, auf; man bemerkte, daß es ihm nur mit großer Anſtrengung gelang, ſeine Ruhe zu behaupten. Die Freunde nannten ihn gewöhnlich den Stier.
Die zwei Andern ſtanden, die geballten Fäuſte über ihn erhoben, da, und hielten ſich bereit, zuzuſchlagen.
„Dummköpfe!“ ſagte er endlich, ſich aufrichtend. „Was hätte ich denn auch zu verrathen?... Mädel... Waldhahnenfuß... hörſt Du... da komm her... noch mehr Branntwein... tummle Dich.“.


