81 unter den aͤrmſten Armen gab es edle Seelen, die den Biſſen Brod, den ſie ihrer Famtlie reichen konn⸗ ten, willig mit einem ungluͤcklichen Fluͤchtling theil⸗ ten, obgleich der Tod auf dieſem Liebesdienſt ſtand. In manchen Faͤllen unterſtuͤtzten Treue und Er⸗ gebenheit das Gebot der Menſchlichkeit. Unter den Dienſtboten, deren Tugenden um ſo ſchaͤtzbarer ſind, weil ſie oft im Kampfe mit ſchweren Verſuchungen geuͤbt werden, fanden ſich viele ausgezeichnete Bei⸗ ſpiele unerſchuͤtterlicher Treue. In der That muß es zum Ruhme der franzoͤſiſchen Sitten geſagt wer⸗ den, daß der Herr und ſein Diener auf einem viel freundlichern Fuße leben, als dies in andoern Laͤn⸗ dern, und namentlich in England, der Fall iſt. Auch in den gefaͤhrlichſten Lagen gab es nicht viele Beiſpiele haͤuslichen Verraths, und mancher Herr dankte ſein Leben der Anhaͤnglichkeit und Treue ei⸗ nes Bedienten. Die religioͤfen Gefuͤhle ſchuͤtzten An⸗ dere. Die eidweigernden und verbannten Prieſter fanden oft bei ihrer fruͤhern Heerde Schutz und Un⸗ terhalt, obgleich der Tod dem drohte, der ſie ge⸗ waͤhrte. Oft muß dies ſeinen Grund in dankbarer Ruͤckerinnerung an fruͤhere religioͤſe Dienſte, manch⸗ mal in der reinen Verehrung des Weſens gehabt haben, als deſſen Diener ſte ſich bekannten.*) Nur ——
1*) Fremde werden lebhaft ergriffen durch kleine Umſtände, 4 welche manchmal das Andenken an jene ſchreckliche Zeiten W. Scott’s Werke. XXX.


