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und ihres Lebens beraubten. In der Vendée, wie uͤberall, wo die Pfarrer dieſem ungerechten und unpo⸗ litiſchen Befehl der geſetzgebenden Macht Widerſtand leiſteten, fing die Regierung an, ſie zu verfolgen, und
ſtieß ſodann auch auf Gewaltthaͤtigkeit von Seite des
Volks.
Die Bauern behielten insgeheim ihre alten Pfar⸗ rer, und fanden ſich bei ihren gottesdienſtlichen Ver⸗ richtungen in Waͤldern und Wuͤſten ein, waͤhrend die
aufgedrungenen Geiſtlichen, welche in die Pfruͤnden
der Widerſpenſtigen eingeſezt waren, ohne den Schutz der Nationalgarden kaum in den Kirchen zu erſchei⸗ nen wagten.
Als Dumouriez im Jahre 1791 die Truppen zu Nantes und in den umliegenden Diſtrikten befehligte, hatte das Feuer der Zwietracht bereits aufzuflammen begonnen. Er beſaß Scharfſinn genug, ſogleich alles Moͤgliche zu thun, um den Streit zwiſchen beiden Par⸗ theien durch Maͤßigung beizulegen. Sein militaͤriſches Auge entdeckte in den Einwohnern und ihrem Lande eine beunruhigende Ausſicht auf einen Buͤrgerkrieg. Er nahm die geringſten Zugeſtaͤndniſſe von Seiten der Pfarrprieſter als genuͤgend an, und ſcheint das aufge⸗ reizte Land wenigſtens fuͤr einige Zeit beſchwichtigt zu haben. ä
Aber im Jahre 1793 brachten die naͤmlichen Urſa⸗ chen des Mißvergnuͤgens, verbunden mit einigen an⸗ dern, die Einwohner der Vendée zu einem allgemei⸗


