Teil eines Werkes 
29. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 5. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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Beiſtand der Kranken, ſein Berather in ſeinen Fami⸗ lienangelegenheiten, und oft der Schiedsrichter von Streitigkeiten, die nicht bedeutend genug waren, um vor den Lehensherrn gebracht zu werden. Die Geiſt⸗ lichen waren meiſt ſelbſt Eingeborene des Landes, mehr durch die alterthuͤmliche Gewiſſenhaftigkeit, wo⸗ mit ſie ihr Amt fuͤhrten, ausgezeichnet, als durch Ta⸗ lente und Gelehrſamkeit. Der Pfarrer nahm oft Theil an den großen Jagden, welche er von der Kanzel an⸗ kuͤndigte, und nach geleſener Meſſe ſelbſt mit der Jagd⸗ flinte auf der Schulter begleitete. Dieſe thaͤtige und einfache Lebensweiſe machte die Geiſtlichen faͤhig, die Beſchwerden des Krieges zu ertragen. Sie beglei⸗ teten die Banden der Vendée mit dem Kruzifir in der Hand, und verſprachen im Namen Gottes Sieg den Ueberlebenden, und Ehre denen, die in dem pa⸗ triotiſchen Kampfe fielen. Aber Madame la Roche⸗

Jacquelin weist es als eine Verlaͤumdung zuruͤck, daß ſie anders als zur Selbſtvertheidigung Waffen getra⸗ gen haͤtten.

Faſt alle dieſe Pfarrprieſter waren von ihren Pfar⸗ reien vertrieben durch das abgeſchmakte und verfol⸗ gungsſuͤchtige Dekret der Verſammlung, deſſen Befoͤr⸗ derer uͤber Illiberalitaͤt und Intoleranz ſchimpften, aber dennoch dieſe Geiſtlichen, welche die Lehren, in denen ſie erzogen worden, und deren Aufrechthaltung ſie beſchworen hatten, nicht aufgeben wollten, ihres

Amts und Einkommens, bald darauf ihrer Freiheit