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Kriegs noch nicht erholt hatten. Die Soldaten waren in der That ſtattliche Maͤnner auf der Parade, aber ihr aͤußerliches Anſehen war durch eine große Aufmerk⸗ famfeit auf tauſend Kleinigkeiten und Quaͤlereien er⸗ langt, auf Koſten jeder Beguemlichkeit von ihnen er⸗ zwungen, und gab dennoch nur den aͤußern Anſchein einer großen Geuͤbtheit, ſtatt der leichten Beweglich⸗ keit und der einfachen Kleidung. Es beſtand, wie wir gbauben, kein allgemeines Manoͤvrirſyſtem bei dieſen Tdruppen„jeder Oberſt handhabte ſein Regiment, wie es ihm gefiel. An einem Schlachttage konnten zwei oder drei Bataillons nicht in Uebereinſtimmung han⸗ deln, ohne lange vorhergehende Berathung; in der Schlacht ging es, wie ders Zufall es fuͤgte. Die Offi⸗ ziere waren uͤberdies mit ihren Soldaten und ihrer Pflicht weit weniger bekannt, als jezt von ihnen ver⸗ langt wird. Die Kaͤußlichkeit der Offiziersſtellen, wo⸗ durch die Armee mit dem Lande und dem Eigenthum in Verbindung gebracht wird, war damals ſo ſehr miß⸗ braucht, daß ein bartloſer Knabe auf einmal mit Um⸗ gehung der untern Dienſtſtufen zu einer Hauptmanns⸗ oder Majorsſtelle gelangen konnte, ohne einen Monat in der Armee gedient zu haben. Kurz, alle die unge⸗ heuren Mißbraͤuche beſtanden noch, welche der erlauchte Prinz, den wir genannt haben, aus der Armee durch Anordnungen entfernt hat, fuͤr die ihm ſein Land nie genug danken kann, und ohne weſche ſie nie die aus⸗ gezeichnete Rolle haͤtte ſpielen konnen, die ihr in dem W. Scott's Werke. XXIX. 8


