Teil eines Werkes 
29. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 5. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
Einzelbild herunterladen

44„

hatte. Deſeze, ein trefflicher Rechtsgelehrter, wurde nachher des Konigs Anwaͤlden zugeſellt; aber der Koͤ⸗ nig gewann durch dieſe Nachgievigkeit wenig mehr, als den Troſt, mit Maͤnnern, wie Malesherbes und ſeine beiden Gefaͤhrten, zu einer Zeit zu verkehren, wo ſich kein anderer Freund ihm nahen durfte, außer der treue Clery, ſein Kammerdiener.*)

Die Rechtsgelehrten hegten einige Hoffnungen, und frohlockten im Geiſte ihres Standes, wenn ſie ſahen, wie die Thatſachen den Beſchuldigungen ihrer Anklaͤger widerſprachen.„Maͤßigt Eure Freude, mei⸗ ne Freunde,“ ſagte Ludwig:;„alle dieſe guͤnſtigen Um⸗ ſtäͤnde ſind den Herren vom Konvent wohl bekannt, und wenn ſie dieſelben fuͤr tanglich hielten, zu mei⸗ nen Gunſten in die Waagſchaale gelegt zu werden, ſo wuͤrde ich nicht in dieſer ſchlimmen Lage mich befin⸗ den. Ihr unternehmet, wie ich fuͤrchte, eine vergeb⸗“ liche Arbeit, aber laßt ſie uns vollenden, als die lezte Pflicht.“ Als der Zeitpunkt ſeines zweiten Erſchei⸗ nens vor dem Konvente herankam, druͤckte er Unruhe daruͤber aus, vor demſelben mit ſeinem langen Bart

*) Clery haben wir geſehen und gekannt, und die Geſtalt und die Sitten dieſes Beiſpiels uralter Treue und Loyalität wird nie vergeſſen werden. Voll Anſtand und Anmuth in ſeinem Benehmen, kündigten ſein tiefer Ernſt und ſeine melancho⸗ liſchen Züge an, daß die traurigen Scenen, wobei er eine ſo ehrenvolle Rolle geſpielt hatte, nie, auch nur Einen Augen⸗ blick, ſeinem Gedächtniß entfielen. 2