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wurde, welche den abſcheulichen Beleidiger zu beſtra⸗
ſen wuͤnſchten, wollte Ludwig nur den menſchlichern nennen; ſo wenig war dieſer ungluͤckliche Fuͤrſt geneigt auch fuͤr die ausgeſuchteſten Grauſamkeiten, die gegen ihn veruͤbt wurden Rache zu ſuchen.
Das Benehmen des Gemeinderaths nahm an Strenge zu, wie der Prozeß gegen Ludwig naͤher zu kom⸗ men ſchien. Die gewoͤhnlichſten Bequemlichkeiten mach⸗ te man zu einem Gegenſtande des Streits, ehe ſie be⸗ willigt werden konnten, und der, ob dem Koͤnig ge⸗
ſtattet werden ſolle, ſich ſelbſt den Bart zu nehmen,
dauerte lange Zeit. Alles wurde ihm entriſſen, ſelbſt
ſein Zahnſtocher und Federmeſſer, und die Koͤnigin
und Prinzeſſinnen wurden ihren Scheeren u. ſ. w. be⸗ raubt. Dieß fuͤhrte zu einer ruͤhrenden Bemerkung Ludwigs. Er ſah ſeine Schweſter waͤhrend ſie an der Arbeit ſaß, genoͤthigt, einen Zwirn von einander zu beißen, weil ſie nichts hatte um ihn abzuſchneiden, und die Worte entſchluͤpften ihm:„Ach! Sie entbehr⸗ ten nichts in Ihrem artigen Hauſe zu Montreuil.“— „Theuerſter Bruder! antwortete die Prinzeſſin, deren Charakter Unſchuld, Reinheit des Sinnes und Wohl⸗ wollen war, kann ich mich uͤber irgend etwas beklagen, da der Himmel mich aufgeſpart hat, um Ihre Stun⸗ den der Gefangenſchaft zu theilen, und Sie einiger⸗ maßen zu troͤſten?“ In der Geſellſchaft ſeiner Familie zeigte ſich der Charakter Ludwigs in der That auch am ſchoͤnſten; und wenn er auf dem Throne nicht immer


