Teil eines Werkes 
29. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 5. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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16. Auguſt haben alle andern Feierlichkeiten erſezt. Der Konvent hat ferner keine Gewalt zu unterſuchen, ſeine einzige Pflicht iſt, das Urtheil des ſouverainen Volks zu verkuͤndigen, oder vielmehr zu beſtaͤtigen und auszufuͤhren.

Dieſer ſummariſche Vorſchlag fand großen Bei⸗ fall, nicht nur von Seiten der wuͤthenden Haufen, welche ſtets die Gallerien beſezt hiekten, ſondern auch durch die Uebertreibungen der wuͤthendſten Demokra⸗ ten. Sie riefen aus, jeder Buͤrger habe das naͤm⸗ liche Recht uͤber das Leben Ludwigs, welches Brutus uͤber Caͤſars Leben gehabt habe. Andere ſchrieen, die bloße Thatſache, daß er geherrſcht habe, ſey ſchon fuͤr ſich ſelbſt ein Verbrechen, groß genug, um jeder wei⸗ tern Unterſuchung zu entgehen, und zur augenblickli⸗ chen Beſtrafung zu bevollmaͤchtigen.

Betaͤubt durch dieß Geſchrei waͤhlten die Giron⸗ diſten und die neutrale Parthei gleich allen ſchwach⸗ ſinnigen Menſchen einen Mittelweg, und ſtatt die Unſchuld des Koͤnigs zu behaupten, ergriffen ſie Maß⸗ regeln, die nur darauf berechnet waren, ihn vor un⸗ mittelbarer Ermordung zu ſchuͤtzen, welche aber dar⸗ auf hinaus liefen, ihn einem Gerichtshof zu uͤberge⸗ ben, der zu furchtſam war, um ſeine Sache mit Ge⸗ rechtigkeit zu beurtheilen. Sie entſchloſſen ſich, das Recht des National⸗Konvents in Anſpruch zu neh⸗ men, in der Sache Ludwigs den richterichen Aus⸗ ſpruch zu thun.