108 dieſelben unter die Regimenter zu vertheilen und an die Graͤnzen zu ſchicken, wo ſie noͤthiger waͤren, als zu Hauſe. Aber Alles war vergebens. Ludwig entſchloß ſich, auf jede Gefahr hin ſein Veto dar⸗ auf zu legen. Wahrſcheinlich verließ er ſich auf die Treue der Nationalgarde, von welcher 1 oder 2 Diviſſonen ihm ſehr ergeben waren, und meinte wohl auch, daß die Stimmung des ganzen Korps aus Furcht vor neuen Unruhen, zu denen die De⸗ partementaltruppen Anlaß geben koͤnnten, ſich bef⸗ ſern wuͤrden. Vielleicht konnte es der Koͤnig nicht uͤber ſich gewinnen, in den hoͤchſt wandelbaren Ka⸗ rakter von Dumouriez ein rechtes Vertrauen zu ſetzen, obgleich wir keine Urſache haben, ſeine Treue in Verdacht zu ziehen.
Ein anderer Punkt der unangenehmſten Eroͤr⸗ terung zwiſchen dem Koͤnig und ſeinen Miniſtern, der auch wieder zur Sprache kam, betraf die wider⸗ ſpenſtigen Geiſtlichen. Es war in der National⸗ verſammlung ein Dekret durchgegangen, nach wel⸗
chem diejenigen Geiſtlichen, die den Eid auf die
Verfaſſung ferner verweigern wuͤrden, uber die Graͤnze
gebracht werden ſollten. Dieß war fuͤr Ludwig eine
Gewiſſensſache, und wahrſcheinlich nur deswegen in
Anregung gebracht, um den Koͤnig zu einer ſchnellen
Entſagung der Krone zu vermoͤgen. Der Koͤnig blieb ſtandhaft und beſchloß, auch gegen dieſes De⸗
kret ſein Veto einzulegen, was guch Dumourkez in


