Teil eines Werkes 
27. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 3. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4 . 102

habe es verſucht ſich zu den miniſteriellen Gaſtge⸗ lagen zuzudraͤngen*).

Von ſeinen Kollegen gilt daſſelbe; ſie erlaubten ſich in dem Verkehr mit dem Koͤnig eine ſtoiſche Verachtung der Hofetikette, obgleich dieſe wie an⸗ dere Formen der Geſellſchaft leicht zu beobachten iſt, und nicht ohne Rohheit vernachlaͤßigt werden kann**). Aber auch abgeſehen von derglelchen Unarten fehlte

es in ihrem Verkehr mit dem Koͤnige auf beiden Seiten gaͤnzlich an Vertrauen. Wuͤnſchten die Mini⸗ ſter ſeine Meinungen uͤber irgend einen Gegenſtand zu erforſchen, ſo wich ihnen Ludwig aus, indem er das Geſpraͤch auf Dinge von unbeſtimmter und all⸗ gemeiner Wichtigkeit lenkte. Drang er dagegen ſeinerſeits in ſie, um irgend etwas durchzuſetzen, ſo waren ſie kalt und zuruͤckhaltend und ſchuͤtzten ihre perſoͤnliche Verantwortlichkeit vor. Wie haͤtte aber auch zwiſchen dem Koͤnige und ſeinen republikaniſchen

*) So ſagte Desferriores und behauptet die Ausſchließung der Radame Roland aus den miniſteriellen Zirkeln habe die erſte Störung in den freundſchaftlichen Verhältniſſen der Miniſter veranlaßt. Aber in den Memoiren der Madame Roland fin⸗ det ſich nichts dergleichen und ſie würde es gewiß erzählt ha⸗ haben, wenn dem ſo wäre. *½) Als Rotand, der ungefähr wie ein Quäker gekleidet war, bei Hofe mit Schuhbändern erſchien, naherte ſich ihm der Thür⸗ ſteher mit einem ſtrengen Blicke und ſagte„wie mein Herr keine Schnallen?“„Ach ſagte Dumouriez,“ der über alles und immer lachte,„nun iſt Alles verloren.“

„