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an welchem ein Schiff ſcheitern kann und auch wirk⸗ lich oft ſcheitert; aber derſelbe Fels kann auch zur Grundlage des glaͤnzendſten und herrlichſten Leucht⸗ thurms dienen. Zu den vielen Wohlthaten, welche Frankreich ohne Zweifel der konſtitulrenden Verſamm⸗ lung zu verdanken hat, kommt noch, die Gewiſſens⸗ freiheit, welche dieſelbe ausgeſprochen hat. Aber dieſe Wohlthat wird in Schatten geſtellt durch den der katholiſchen Geiſtlichkeit gewaltſam auferlegten Konſtitutionseid, der ſpaͤter zu ſo furchbaren Nieder⸗ metzelungen unſchuldiger und verehrter Opfer fuͤhrte, trotz der Geſetze der allgemeinen Duldung, welche die Verſammlung fruͤher, mehr aus Haß gegen alle Religionen, als aus Ruͤckſicht auf die Gewiſſen der Menſchen aufgeſtellt hatte.
Getreu dem Plane, keine volksthuͤmliche Monar⸗ chie, ſondern eine Art koͤniglicher Republik zu bilden, aufgehetzt durch die eigentlichen Republikaner, deren Parthei taͤglich mehr Boden gewann; eingeſchuͤchtert durch das Geheul und die Drohungen der wuͤthen⸗ den Demagogen, die von dem Sitze, den ſie in der Verſammlung eingenommen hatten, nun unter dem Namen des Berges bekannt wurden, hatten die Ur⸗ heber der Konſtitution dieſelbe in jeglichem Punkte demokratiſch gemacht, und die koͤnigliche Gewalt ſo lange verkuͤmmert, bis ihr Einfluß ſo unbedeutend und gering war, daß Burfe mit Recht von der neuge⸗ formten franzoͤſiſchen Regiern ung ſagen keunte:


