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und ihren Beifall denen gaben, welche ſie bezahlten, deſſen ohngeachtet aber hatten ſie doch ihre eigenen und beſonderen Gefuͤhle, welche ſie oft bewogen, unbezahlt denjenigen Beifall zuzurufen, die ſich des uͤbertrieben⸗ ſten Tons der revolutionaͤren Wuth befleißigten. Mit wahrem freiwilligen Eifer begruͤßten ſie Maͤnner wie Marat, Robespierre und Danton, die fuͤr die blutigſten Maßregeln des Schreckens und der Proſcription ſtimm⸗ ten, und den Adeligen mit derſelben Stimme den Krieg erklaͤrten, mit welcher ſie den niedrigſten Laſtern der Menge ſchmeichelten.
Es ſchien, als habe die Revolution nach und nach eine andere Richtung genommen, als die, in welcher ſie begann. Frankreich hatte die Freiheit errungen, das erſte und gewiß auch das wuͤrdigſte Gut, das eine Nation ſich wuͤnſchen kann. Ein Jeder war fuͤr frei erklaͤrt, ſoviel es ihm ſeine Lage zu ſeyn geſtattete, und ſo weit es ſich mit dem Geſellſchaftlichen vereini⸗ gen ließ. Freilich wurden dem Franzoſen die Vor⸗ theile der Freiheit praktiſch nicht gewaͤhrt; denn obgleich die Rechte des Menſchen dem Buͤrger erlaubten, da⸗ hin zu gehen, wohin er wollte, ſo haͤtte er doch in Wirklichkeit den Weg zum naͤchſten Gefaͤngniſſe nehmen, oder auf der oͤffentlichen Straße, als der Ariſtokratie verdaͤchtig, es mit dem Tode buͤßen muͤſſen, wenn er nicht mit einem Paſſe der Munieipalitaͤt verſehen war. Ebenſo war ſein Haus ſicher, wie eine Burg, ſein Eigenthum heilig wie Kirchengefaͤße;— gausge⸗


