1⁰4 kade waren wie im Triumphe mit Eichenzweigen ge⸗ ſchmuͤckt; die Weiber trugen lange Pappelzweige in den Haͤnden, was der in jeder Hinſicht ſo ſeltſam zuſammengeſetzten Kolonne das Anfehen eines ſich bewegenden Waldes gab. Es war beinahe nichts verſaͤumt worden, was bei dieſem Zuge nach der Hauptſtadt dem Koͤnig recht wehe thun und die koͤ⸗ nigliche Wuͤrde ſo tief wie moͤglich herabſetzen konnte. Nach ſechsſtuͤndiger Schmach und Todesangſt ward der ungluͤckliche Ludwig nach dem Hôtel de Ville gebracht, wo ihn Bailli, damals Maire, uͤber den ſchoͤnen Tag(le beau jour) begruͤßte, der den Koͤnig ſeiner Hauptſtadt zuruͤckgab. Er betheuerte ihm, daß Ordnung, Friede und jede ſanftere Tugend unter ſeinem koͤniglichen Vaterauge im Lande wie⸗ der aufbluͤhen, und daß der Koͤnig fortan durch das Volk maͤchtig, und das Volk durch den Koͤnig gluͤck⸗ lich werden wuͤrde. Er fuͤgte hinzu— und das war wohl das Wahrſte von allem,—„wie einſt Hein⸗ „rich IV. ſeine Hauptſtadt, ſo habe jetzt hinwieder⸗ „um die Hauptſtadt den Koͤnig erobert.“*)
*) Mémoires de Bailli. Choisi de ses lettres et discours. Obgleich eine ſolche Rede als die bitterſte Ironie klingen mußte, ſo hatte doch der Maire von Paris am 6. Oktober 1789 nicht die Wahl, ſich auf eine andere Art auszudrücken, Wenn aber Vailli im Ernſt von einem glorreichen Tage ſprach, wie konnte er ſich über die ausgeſuchteſten Miß⸗ handlungen und Grauſamkeiten beklagen, als er im Okt.


