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heit ward jetzt offen angenommen und in Anwen⸗ dung gebracht, ohne daß die Regierung ſich ins Mit⸗ tel zu ſchlagen gewagt haͤtte.
Zur Vollendung des Gemaͤhldes, brach, als ob Gott und Menſchen zugleich den Fall dieſer alten Monarchie beſchloſſen haͤtten, ein Orkan von der furchtbarſten und ungewoͤhnlichſten Art uͤber das Koͤ⸗ nigreich aus, verheerte die gehoffte Erndte weit und breit, und eroͤffnete den erſchrockenen Einwohnern die Ausſicht auf Armuth ſowohl, als Hungersnoth in Verbindung mit einem Nationalbankerotte und einer zerruͤtteten Regierung.
Die letztern Uebel ſchienen mit ſtarken Schrit⸗ ten zu nahen; denn der Zuſtand der Finanzen wurde ſo verzweifelt, daß Ludwig ſich in die Nothwendig⸗ keit verſetzt ſah, einen großen Theil der Zahlungen der Schatzkammer einzuſtellen und ſtatt ihrer Scheine auszugeben. In dieſer furchtbaren Kriſis zog ſich der Erzbiſchoff von Sens, fuͤr den Koͤnig, und mehr noch fuͤr ſich beſorgt, von der Verwaltung*) zuruͤck, und uͤberließ es, ſo, waͤhrend Bankerotte das Koͤnig⸗ reich bedrohten, dem Monarchen ſich in den Stuͤr⸗ men, welche die Maßregeln des Miniſters ſelbſt bis zum furchtbarſten Grade vergroͤßert hatten, zu beneh⸗ men, wie er konnte oder wollte.
*, Den 25ten Auguſt 1788. Der Erzbiſchoff floh mit großer Eile nach Italien, als er ſeinem unglücklichen Herrn ſeine Entlaſſung überſchickt hatte.


