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Ein langer und lebhafter Austauſch von Gegen⸗ vorſtellungen folgte nun zwiſchen dem Koͤnig und dem Parlamente“), wobei der erſtere, ſowohl durch die Eroͤrterungen, in die er ſich uͤber ſein Vorrecht einließ, als durch die Bewilligungen, zu denen er ſich genoͤthigt ſah, ſeine Schwaͤche anerkannte. In⸗ zwiſchen naͤhrte der Erzbiſchoff von Sens die ro⸗ manhafte Idee, dieſe widerſpenſtigen Gerichtshoͤfe ganz los zu werden, und zu gleicher Zeit der Zuſammenberufung der Generalſtaaten zu entge⸗ hen. Zu dieſem Ende wollte er einen Cour- ple⸗ niere, oder einen alten Feudalgerichtshof errich⸗ ten, der aus Fuͤrſten, Pairs, Marſchaͤllen von Frauk⸗ reich, Abgeordneten aus den Provinzen, und andern ausgezeichneten Perſonen beſtehen und ins kuͤnftige alle die hoͤhern und edlern Pflichten der, auf dieſe Art zu ihrer urſpruͤnglichen und eigenthuͤmlichen Be⸗ ſtimmung, als Gerichtshoͤfe, zuruͤckgebrachten Parla⸗ mente ausuͤben ſollte. Allein eine Verſammlung aus den alten Lehenszeiten, mit einem ſo geringen Zuſatze von Volksvertretung, konnte in keiner Ge⸗ ſtalt den jetzt allgemein herrſchenden Ideen ange⸗ meſſen ſeyn. Dies fuͤhlte man ſo ſehr, daß viele von den Pairs, und andere zu Mitgliedern des Cour- plenièére ernannte Perſonen die ihnen zugedachten
*) Dieſe merkwürdigen Ereigniſſe hatten den 19ten Nov. 1787 Statt.


