21 abzuwehren. Wenn ſie ſelbſt es mit den Rechten und Freiheiten ihrer eigenen Vaſallen nicht ſo genau nahmen, ſo floßen ihre gewaltthaͤtigen Handlungen nicht aus dem Feudalſyſtem, ſondern blos aus deſ⸗ ſen Unvollkommenheiten. Die Tendenz und der Geiſt dieſer ſonderbaren Einrichtungen gingen da⸗ hin, jedem Ind ividuum ſeine gerechten und natuͤr⸗ lichen Anſpruͤche zu bewahren; allein ein faſt rein militaͤriſches Syſtem konnte leicht von dem Gefuͤrch⸗ tetſten unter den Kriegern gemißbraucht werden, und war zu dem nicht ſehr geeignet, rein buͤrgerliche Rechte zu ſchuͤtzen.
Es iſt unnoͤthig, von den Tagen Ludwigs des Dreizehnten an, die Art und Weiſe zu zeichnen, auf welche ehrſuͤchtige Mouarchen, von geſchickten und klugen Miniſtern unterſtuͤtzt, ſich von den Feſ⸗ ſeln ihrer maͤchtigen Vaſallen zu befreien ſuch⸗ ten, oder auf welche die Abkoͤmmlinge jener hohen Lehensmaͤnner, welche den Fuͤrſten in die Schranken wieſen, ſobald er die Graͤnzen der geſetzmaͤßigen Ge⸗ walt uͤberſchritt, jetzt um den Thron, in der Eigen⸗ ſchaft von bloßen Hoͤflingen oder Trabanten, gereiht waren, und ihren Glanz einzig und allein von der Gunſt des Koͤnigthums borgten. Dieſe unſelige und kurzſichtige Politik hatte jedoch ihr Ziel erreicht, und die Krone in ihr Vorrecht beinahe alle Freiheiten der franzoͤſiſchen Nation zuſammengedraͤngt; und jetzt hatte ſie, gleich einem von Beute uͤberfuͤllten


