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Statthalters davon trug, dieſen der erblichen Stelle eines Generalkapitaͤns entſetzte, und den Bund der vereinigten Staaten zu einer voͤlligen Demokratle umſchuf, oder umzuſchaffen verſuchte. Dies war ebenfalls ein bedeutendes Zeichen der Zeit; denn obgleich von der Majoritaͤt der Generalſtaaten, von der Ritterſchaft und den Grundbeſitzern, ſelbſt von dem gemeinen Volke, das groͤßtentheils aus Gewohn⸗ heit oder Neigung dem Hauſe von Oranien anhieng, ver⸗ laͤugnet, betrieben doch die Buͤrger in den groͤßern Staͤdten das Revolutionswerk mit einem ſo warmen Eifer und einer ſo raſchen Thaͤtigkeit, daß ſich in der mittlern Volksklaſſe die Sehnſucht nach einer groͤßern politiſchen Freiheit, als ihr in der alten oli⸗ garchiſchen Verfaſſung zukam, nicht verkennen ließ.
Die revolutionaͤre Regierung zeigte indeſſen we⸗ nig Klugheit; ſie verſaͤumte es, ihre eigenen Streit⸗ kraͤfte zu organiſiren und die des Feindes zu ſchwa⸗ chen; ſie that nichts, um ſich des Schutzes von Frank⸗ reich zu verſichern, und mit den Mißvergnuͤgten in den oͤſterreichiſchen Niederlanden Verbindungen an⸗ zuknuͤpfen; ſie gab endlich durch die Verhaftung der Prinzeſſin von Oranien, einer Schweſter des Koͤnigs von Preußen, dieſem Fuͤrſten einen willkommenen Anlaß zu einer bewaffneten Einſchreitung. Die preu⸗ fiſchen Heere uͤberzogen ſofort, unter der Anfuͤhrung des Herzogs von Braunſchweig, die hollaͤndiſchen
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