12²8
Monarchen befoͤrdert wurde. Aber wie wir ſpaͤter ſehen werden, geſtattete ihm ſein Schickſal nur eine kurze, obgleich glaͤnzende Laufbahn.
Wir kehren zu der Befreiung der uͤbrigen Ge⸗ fangenen von Woodſtock zuruͤck. Die beiden Geiſtli⸗ chen, die nun vollkommen mit einander ausgeſoͤhnt waren, gingen Arm in Arm dem Pfarrhauſe zu, das fruͤher die Reſidenz des Doctor Rochecliffe war, das er aber jetzt als Gaſt ſeines Nachfolgers Nehe⸗ mias Holdenough betrat. Kaum hatte der Presby⸗ terianer ſeinen Freund unter ſeinem Dache empfan⸗ gen, als er in ihn drang, ſeine Wohnung und ſein Einkommen mit ihm zu theilen. Doctor Rochecliffe war ſehr geruͤhrt, aber weislich verwarf er das großmuͤ⸗ thige Anerbieten, da er die Verſchiedenheit ihrer Anſich⸗ ten uͤber die kirchliche Regierung, die ein jeder ſo heilig, wie ſeinen Glauben hielt, in Betracht zog. Ein an⸗ derer obgleich leichter Streit uͤber den Dienſt der Biſchoͤffe bei den erſten Kirchen beſtaͤtigte ihn in ſei⸗ nem Entſchluß. Sie trennten ſich den darauf fol⸗ genden Tag; ungeſtoͤrt von allen Streitigkeiten be⸗ Land ihre Freundſchaft bis zum Tode des Mr. Hol⸗
eenough im Jahre 1658; doch darf man wohl auch ewiſſermaßen ihre Harmonie dem zuſchreiben, daß ie ſich nie wieder trafen.
Nach der Wiedereinſetzung des Koͤnigs bekam Doctor Rochecliffe ſeine Pfarrei wieder, und ſtieg ſpaͤter zu hoben geiſtlichen Wuͤrden.
Die untergeordneten Perſonen bei der großen Befreiung aus dem Gefaͤngniſſe des Jaͤgerhauſes zu Woodſtock fanden unter ihren alten Bekannten in der Stadt leicht eine zeitige Aufnahme; aber keiner wagte es, den alten Ritter zu beherhergen, von dem man glaubte, daß er das Mißvergnuͤgen der herrſchen⸗ den Gewalt auf ſich gezogen babe, und kaum wagte es der Wirth im Gaſthauſe zum St. Georg, der doch einer ſeiner Unterthanen geweſen war, ihm das ge⸗ woͤhnliche Recht eines Reiſenden einzuranmen, der


