38 benn es war gerade vor dem Ausbruche des Krieges zur Zeit, wo die Unordnung ſchon gaͤhrte. Nun fand ich eines Tages im Forſte zwei Burſche mit geſchwärz⸗ ten Geſichtern und Hemdern uͤber den Roͤcken, die ei⸗ nen der feiſteſten Rehboͤcke forttrugen, der im Park zu finden war. Ich ſprang ihnen im Augenblick nach— einer entſloh, aber den andern Burſchen packte ich, und wer iſts? kein anderer als der getreue Philipp Haceldine. Gut alſo, ich weiß nicht war es Recht oder Unrecht, aber bei allem dem war er doch mein Freund und Zechgefaͤhrte, drum nahm ich ſein Wort an, daß er ſich in Zukunft beſſern wolle; Er half mir dagegen das Reh an einen Baum aufhaͤngen, und ich ritt ins Jaͤgerhaus zuruͤck, erzaͤhlte dem Ritter die ganze Geſchichte und verſchwieg nur Philipps Namen. Aber die Schurken waren liſtiger als ich, denn ſie ſogen dem Reh die Haut ab, ſtopften es aus und ießen das Fell und die Hoͤrner mit dem Verslein zuruͤck: „Die Hüfte dein, ie Bruſt mein, Fell und Hörner ſollen des Förſters ſeyn.“ Ich erkannte es fuͤr einen von den tollen Strei⸗ Hen des Philipp, die er in Verbindung mit anderen urſchen der Gegend in jenen Tagen zu treiben pfleg⸗ te. Mich aͤrgerte es aber ſo, daß ich das Fell des Rehes von einem Gerber zurecht machen ließ, und ſchwur, daß es entweder ſein oder mein Leichentuch ſeyn muͤſſe; und obgleich ich ſchon lange meinen vor⸗ etligen Eid bereut habe, ſo ſehen Sie Doctor doch, wozu es jetzt da iſt.— Denn obgleich ich es vergaß⸗ ſo hielt es doch der Teufel im Gedaͤchtniß.“
„Es war ſehr unrecht gehandelt ein ſo ſuͤndliches Geluͤbde zu thun,“ ſagte Rochecliffe,„aber es wird ein noch weiteres Ungluͤck ſeyn, es halten zu wollen. Darum alſo ſey guter Laune, denn nach Allem was ich von Phoͤbe in dieſer ungluͤcklichen Sache gehoͤrt habe, kann ich nicht verlangen, daß Du Deine Hand


