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den zu vereinigen, und das Schaaf der Sorgfalt des Hirten zu genießen.,) 3
„Ah, mein wuͤrdiger Herr,“ ſagte Cromwell mit vieler Salbung—„es ſcheint mir Sie ſchweben in dem großen Irrthume, zu glauben, daß Kirchen nur große lange, von den Maurern erbaute Haͤuſer ſind, und die Zuhoͤrer Maͤnner— vermogende Maͤnner— die mehr oder minder große Zehnten zahlen; und daß die Prieſter Maͤnner in ſchwarzen Roͤcken oder grauen Maͤnteln, welche denſelben empfangen nur die einzigen geſetzmäͤßigen Austheiler des chriſtlichen Se⸗ gens ſind.— Aber meiner Meinung nach iſt es der chriſtlichen Freiheit weit angemeſſener es der freien Wahl der hungrigen Seele zu uͤberlaſſen, ihre Erbau⸗ ung da zu ſuchen, wo ſie ſie am Beſten zu finden glaubt, es ſeye nun aus dem Munde eines Layen, der ſeinen Lehrberuf direkt vom Himmel herſchreibt, oder von denen, welche die Weihe und die Grade von Spnoden oder Univerſitaͤten erhalten haben, die doch im beſten Falle nur eine Verſammlung armer, ſuͤndi⸗ ger Geſchoͤpfe ſind, wie ſie ſelbſt.“
„Sie wiſſen ſelbſt nicht was Sie ſprechen, Sir,“ erwiederte Holdenough.„Kann Licht entſtehen aus Finſterniß, Wiſſen aus Unwiſſenheit, oder Kenntniß der Myſterien der Religion von unwiſſenden Aerzten, welche Gift ſtatt heilſamer Arzeneien geben, und die Magen deren mit Unrath fuͤllen, die kraͤftige Nahrung ſuchen?“
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