Teil eines Werkes 
13. Band, Woodstock oder der Ritter : eine Erzählung aus dem Jahre sechszehn hundert ein und fünfzig : 4. Theil (1826) Woodstock or The Cavalier
Entstehung
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ihre Furcht nicht zu zeigen, obgleich, als der Beamte ſich nahete, etwas in den Blicken und Augen des Mannes lag, das keineswegs geeignet ſchien, ihre Ahnung zu verſcheuchen.

Der Segen des Abends auf Dich, mein ſchoͤnes Maͤdchen ſagte er.Ich begegne Dir wie der erſte Diener des Abraham, der ein Haushofmeiſter war wie ich, der Rebecca, der Tochter Bethuels des Sohns der Milka bei dem Brunnen in der Stadt Nahor in Meſopotamien Soll ich daher nicht zu Dir ſagen: neige Deinen Krug, auf daß ich trinken kann?

Der Krug ſteht Ihnen zu Dienſten, Mr. Tom⸗ kins, erwiederte ſie,und Sie können trinken ſo viel Sie wollen; aber wie es mir ſcheint, haben Sie ver noch nicht langer Zeit ein beſſeres Getraͤnke geko⸗

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Wirklich konnte man es deutlich ſehen, daß der Beamte von einem Trinkgelage kam; denn ſeine Zuͤge waren ſehr bewegt. Phoebe's Beunruhigung ward dadurch noch vergroͤßert.

Ich mache nur von meinem Privilegium Ge⸗ brauch, meine ſchoͤne Rebecca; die Erde wurde den Heiligen gegeben ſammt ihrer Fuͤlle. Sie ſollen ſie bewohnen, und ſich erfreuen der Reichthuͤmer der Erde und der Freude des Weins; ſie ſollen ſie ge⸗ nießen und ihr Herz zur Wonne ſtimmen. Du mußt noch die Vorrechte der Heiligen kennen lernen, meine Rebecca.

Mein Name iſt Phoebe, ſagte das Maͤdchen, um die ſchwaͤrmeriſche Entzuͤckung zu maͤßigen, die er fuͤhlte oder heuchelte.

Phoebe dem Fleiſche nach, ſagte er,aber Re⸗ becca vergeiſtigt; denn biſt Du nicht ein wanderndes verirrtes Schaaf? Und bin ich nicht hieher geſandt, um Dich zur Heerde zurückzubringen?, Denn warum hieß es ſonſt: Du ſollſt ſie finden, ſitzend bei dem Brunnen in dem Walde, genannt nach der alten Buhlerin Roſamunde 2