Teil eines Werkes 
13. Band, Woodstock oder der Ritter : eine Erzählung aus dem Jahre sechszehn hundert ein und fünfzig : 4. Theil (1826) Woodstock or The Cavalier
Entstehung
Einzelbild herunterladen

136

den Beamten nicht vor Jocolin Joliffe, der als ein Soldat und Forſter die Sache leicht haͤtte übereilen koͤnnen, und wobei das Jagdmeſſer und der Knoten⸗ ſtock ihres Lieblings gegen das lange Schwerdt und die Piſtolen, welche ſein gefaͤhrlicher Nebenbuhler im⸗ mer bei ſich trug, wohl ſchwerlich die Oberhand be⸗ halten haͤtte. Aber wo Zweifel obwalten, da iſt es ſchwer, die Eiferſucht zu verblenden; und vielleicht lag der Grund, warum Jocolin ſeinen Cameraden ſo ſcharf bewachte, nicht allein in ſeinem Eifer fuͤr die Sicherheit des Konigs, ſondern auch in einem unbeſtimmten Verdacht, daß Tomkins geneigt ſeyn koͤnne, ſich an ſein eigenes Gut zu vergreifen.

Unterdeſſen ſuchte Phoͤbe, wie ein vernuͤnftiges Maͤdchen, ſoviel wie moͤglich in der Gegenwart der Goody Jellicot ihre Zuflucht. Freilich fuͤhrten die Anreden des Independenten oder was er ſonſt ſeyn mochte, zu keinem Zweck; denn Phoͤbe ſchien durch eigenen Willen ſo tanb, wie die alte Matrone durch den der Natur. Dieſe Gleichguͤltigkeit brachte ihren neuen Liebhaber entſetzlich auf, und bewog ihn

zu dem Entſchluß, Zeit und Ort angſtlich abzuwar⸗

ten, wo er mit Aufmerkſamkeit gebietender Energie ſeine Bewerbung anbringen koͤnne. Fortuna, die bos⸗ hafte Goͤttin die uns ſehr oft dadurch zu Grunde richtet, daß ſie uns den Gegenſtand unſerer Wuͤnſche gewaͤhrt, verſchaffte ihm endlich eine Gelegenheit, wie er ſie laͤngſt geſucht.

Es war um Sonnenuntergang obder kurz darauf, als Phöbe, von deren Thätigkeit vieles im Hauſe abhing, nach dem Roſamundenbrunnen ging, um Waſſer zu dem Abendeſſen zu holen, oder vielmehr, um das Vorurtheil des alten Ritters zu befriedigen, welcher glaubte, daß die beruͤhmte Qgelle das aus⸗ erleſenſte Getraͤnk lieefere. Und ſo groß war die Ach⸗ tung, weſche die ganze Familie vor ihm hatte, daß einen ſeiner Wuͤnſche zu vernachlaͤßigen ihrer Mei⸗